#31 | EasyStreet Festival 2019

Vom 24. bis 26. Mai 2019 fand in Freiburg zum bereits zweiten Mal das EasyStreet-Festival statt! Shiva Grings hat es zusammen mit seiner Lebenspartnerin Anita Bertolami gegründet um in Freiburg der Straßenkunst eine Bühne zu schaffen.

 

"Theater für Jede*n, egal welcher Herkunft und welchen Alters. Theater das anregt, neugierig macht und Menschen zusammen bringt um zu lachen und eine Erfahrung zu teilen",

 

so das Motto. Und es wurde vollumfänglich erfüllt! An 3 Tagen erlebte Freiburg ein buntes Programm verschiedener Straßenkünstler. An jedem der 3 Tage standen 2 Künslterdarbietungen auf dem Programm, anschließend noch  ergänzt von einem Zusatzprogramm (Stummfilm-Klassiker mit live-Klavierbegleitung und einer Interview-Runde einiger der Künstler, bei der alle Interessierten Fragen jeglicher Art stellen und so mehr über das Leben als Straßenkünstler erfahren konnten).

 

3 Tage Straßentheater in Freiburg

 

Am Freitag war die Eröffnung auf dem schönen Anna-Platz im Freiburger Stadtteil Wiehre mit der mitreißend komischen Doris Friedmann, die mit ihrer Mimik und Musik überzeugen konnte. Anschließend begeisterte die sympathische Anaelle Molinario die Zuschauer mit ihrer Darbietung: Ihre Knochen-negierende Verbiegekunst hätte sicher manchen Zuschauer schaudern lassen, wäre sie dabei nicht mimisch so dermaßen komisch dabei. Und spätestens mit den Hula Hoop-Reifen hätte sie wieder alle für sich gewinnen können!

 

 

 

 Am Samstag war der nicht gerade für Kunst und Kultur bekannte Stadtteil Weingarten zur Bühne auserkoren. Hier begann Shiva Grings (über den ich in meinem blog bereits an anderer Stelle berichtet habe) mit seinem Improvisationstalent, die Leute zu begeistern und in die Performance mit einzubeziehen. Seine Show ist der Moment, nicht planbar, kaum steuerbar - und gerade deshalb wunderbar und einzigartig!

Ganz anders verlief die Darbietung des anschließend auftretenden Duos extraart: mit ihrer Jonglage und Gleichgewichtsartistik, gewürzt mit mimischem Humor und treffend ausgewählten Musikstücken konnten sie die Zuschauer für sich gewinnen!

 

 

Am Sonntag, dem dritten und letzten Tag des Festivals, war der Kirchplatz im Stadtteil Stühlinger die Bühne - nun im strahlenden Sonnenschein. Was für die Zuschauer angenehm war, brachte den ersten Künstler Julian Bell alias Prof. Bubbles doppelt ins Schwitzen: denn er arbeitet in seiner Show viel mit Seifenblasen, und diese sind in der prallen Sonne sehr viel kurzlebiger! Trotz dieser erschwerten Bedingungen hat er die Zuschauer mühelos in den Bann der bunten Blasen gezogen und nicht nur die Kinder damit verzaubert. Deutlich schwärzer war der Humor des zweiten und letzten Künstler des Festivals: Matthias Romir hat als schwarzer Clown auf Rollschuhen mit einer komisch-depressiven Performance die Zuschauer amusiert, obwohl seine Clownsfigur im Stück nicht viel zu lachen hatte.

 

 

Nach den 3 Tagen gehe ich nach Hause und denke über das Thema Straßenkunst nach. Und irgendwie fällt mir die Kinderbuchgeschichte von Frederick von Leo Lionni ein, die Geschichte von der Maus, die nicht wie die anderen für den Winter Körner und Nüsse, sondern Sonnenstrahlen, Farben und Wörter sammelt, die Träume also und die Hoffnungen.

Selber habe ich einen "rechtschaffenen" Beruf erwählt (über den ich mir ganz und gar nicht beschwerern möchte!) und doch fehlt in meinem Beruf das Kreative, das Spontane und Unbeschwerte. Letztlich brauchen wir beides, die Mäuse, die Körner sammeln für den Winter aber auch Mäuse wie Frederick, die uns daran erinnern, dass es neben all den rechtschaffen-wichtigen Dingen auch noch eine andere Seite des Menschen gibt: das Lachen, das Unbeschwerte und Heitere aber auch das Traurige und Melancholische und das Traumhafte. All diese Gefühle kann die Kunst in uns wecken und nähren.  Und was wäre dafür besser geeignet als die Straßenkunst, die uns in unserem Alltag begegnet, die wir im Alltag unvorbereitet treffen und entführen kann!

 

LIeber Shiva, liebe Künstler: Danke!

 

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Alle Bilder wurden mit einer Nikon D7500 und entweder dem Sigma ART 18-35mm f1.8 DC HSM oder dem Tamron SP 70-200mm F/2.8 Di VC USD G2 angefertigt.

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@Recht am eigenen Bild: Die Bilder wurden an öffentlichen Plätzen bei einer öffentlichen Vorführung aufgenommen. Jeder Zuschauer muss also damit rechnen, dass andere Zuschauer wie auch die Lokalpresse und die Veranstalter selber Fotos der Vorführungen anfertigen und diese veröffentlichen. Und dass auf diesen Fotos Zuschauer mit abgebildet sein können. Ich habe besucht versucht, stets die Künstler und weniger die Zuschauer ins Zentrum des Bildinteresses zu rücken. Dennoch sind auch Zuschaer auf den Abbildungen zu sehen. Wer sich hier wiedererkennt und nicht gezeigt werden möchte, den bitte ich mich zu kontaktieren, damit ich das Bild löschen kann. Vielen Dank.

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